Windkraft Teil eines überregionalen Konzeptes

Veröffentlicht am 19.10.2011

Armin Schöpflin, Paul Nemeth, Maike Schmidt, Christian Dunker, Tobias Wald MdL und Kai Whittaker (v.r.n.l.)

In einer öffentlichen Fraktionssitzung befasste sich die Baden-Badener CDU-Gemeinderatsfraktion am vergangenen Freitag mit der Thematik der erneuerbaren Energien. Im Zuge der Baden-Badener Energiewochen der CDU Baden-Baden hatten interessierte Bürger die Möglichkeit, sich umfassend über das komplexe Thema informieren. Hierzu lud der Fraktionsvorsitzende Armin Schöpflin gemeinsam mit seinen Fraktionskolleginnen und Kollegen ein. Diese stieß inhaltlich auf große Resonanz.

Schöpflin ging in seinen einführenden Worten auf das komplexe Thema des Atomausstiegs ein. Es sei es wichtig, das Thema ganzheitlich anzugehen, von der Energieeinsparung zuhause bis zur europäischen Energiepolitik. Er betonte, dass der regionalen Zusammenarbeit besondere Bedeutung zukomme. Gemeinsam mit der Fraktion der Grünen im Gemeinderat habe man Oberbürgermeister Gerstner gebeten, mit den umliegenden Gemeinden ein regionales Energiekonzept auch hinsichtlich der Nutzung der Windenergie zu erstellen. Dies habe OB Gerstner zugesichert und die benachbarten Ober- und Bürgermeister schon zu einer gemeinsamen Sitzung eingeladen. .

Paul Nemeth, Landtagsabgeordneter und energiepolitischer Sprecher der baden-württembergischen CDU-Landtagsfraktion, stellte klar, dass Baden-Württemberg schnell handeln müsse, da sonst die Gefahr sehr groß sei, dass das Land in den nächsten 10 Jahren zum Stromimportland werde. Derzeit läge der Anteil des Atomstroms in Baden-Württemberg bei noch etwa 50 Prozent. Es sei unumgänglich, nun die Energiewende gut zu organisieren. „Wir dürfen auf gar keinen Fall aus den Nachbarländern den Strom importieren, denn das wäre wieder Atomstrom“, so Nemeth. Dabei stellte er zwei wichtige Punkte heraus: Zum einen sei es wichtig, große Energiespeicher wie Pumpspeicherkraftwerke zur Verfügung zu stellen und dabei auch weiter viel Geld in deren Erforschung zu investieren. Zum anderen sei der Ausbau neuer Stromnetze geboten. Baden-Württemberg werde nicht unerheblich abhängig von großen Offshore-Anlagen sein mit der Folge, dass der Strom aus dem Norden in den Süden transportiert werden müsse. Der anstehende Energiewechsel müsse auf allen politischen Ebenen getragen und gesellschaftlich akzeptiert werden. Dabei sparte Nemeth nicht mit Kritik an der grün-roten Landesregierung. Durch die anstehenden Änderungen des Landesplanungsgesetzes sei die Gefahr groß, dass ein Wildwuchs der Windkraftanlagen stattfände. Die Energiewende müsse konstruktiv vollzogen werden. Darum will die CDU-Landtagsfraktion im Januar ein eigenes konstruktives Konzeptpapier vorlegen. Dabei merkte auch Tobias Wald an, der in seiner Funktion als Landtagsabgeordneter die Baden-Badener Energiewochen begleitet, dass ein gemeinsames, koordiniertes und überregionales Handeln nun wichtig sei und sich auch die Grünen von Ihrer Dagegen-Haltung verabschieden müssten. Er nannte als Beispiel die aktuelle Diskussion um das Pumpspeicherkraftwerk in Atdorf.

Zuhörer verfolgen aufmerksam die Vorträge der Referenten.

Zuhörer verfolgen aufmerksam die Vorträge der Referenten.

Maike Schmidt vom Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoffforschung Baden-Württemberg gab einen Überblick über die regenerativenEnergieformen Wasserkraft, Biomasse, Tiefengeothermie, Windenergie und Photovoltaik und stellte heraus, dass das meiste Potential in der Entwicklung der Wasserkraft, Windenergie und der Biomasse läge. Der Anteil der erneuerbaren Energien im Jahr 2010 befände sich bei ca. 16 Prozent, der Anteil der fossilen bei 35 – und der Kernkraft bei 49 Prozent. Bis zum Jahr 2050 setze man sich das ehrgeizige Ziel, 84 Prozent erneuerbarer Energien zu erreichen. Dabei sei auch die Balance aus Ökologie, Ökonomie und Versorgungssicherheit wichtig.

Dass Energiesparen nicht nur ein theoretisches Thema auf politischer Ebene sondern auch ein sehr praktisches im eigenen Haushalt ist, zeigte Christian Dunker von der Ortenauer Energieagentur auf. Seit 1995 seien die Ausgaben für Energie um jährlich 6 bis 7 Prozent gestiegen. Haushalte, Verkehr und Industrie mit jeweils fast 30 Prozent seien die größten Verbraucher, wobei beim Part der Haushalte allein 75 Prozent der Energie für die Raumwärme verwendet würden. Hier läge das größte Einsparpotential. Maßnahmen, wie die Isolation von Rollladenkästen sowie die Dämmung von Heizkörpernischen, der richtige Umgang mit Lüftung und Heizung in den Wintermonaten könne viel bewirken. Auch zeigte Dunker auf, wie einfach ein Energiecheck am eigenen Gebäude sei und welche Fördermaßnahmen es gebe.

Im Anschluss an die Vorträge gab es zahlreiche Fragen. Besonders im Interesse stand dabei das Thema Windkraft.

Mit dieser Veranstaltung bot die Baden-Badener CDU-Gemeinderatsfraktion eine sehr informative Plattform für die anwesenden Bürgerinnen und Bürger, sich mit dem komplexen Thema der Energiewende auseinanderzusetzen.

Die einzelnen Vorträge können Sie hier als PDF Datei herunterladen.

Maike Schmidt, ZSW zum Thema „Regenerative Energien – Chancen für Nordbaden“

Christian Dunker, OEA zum Thema „Energiewende Daheim – Energie im Haushalt effizienter nutzen“